St. Antonius in Kuppingen

Raiffeisenstraße 10, 71083 Herrenberg Kuppingen

Die Kunstwerke von

Professor Albert Birkle und Otto Habel

in der katholischen St. Antonius Kirche

Architekt Martin Schilling und sein Sohn Hans, beide aus Rottenburg am Neckar, erbauten 1958 die St.-Antonius-Kirche in Kuppingen. Die Grundsteinlegung erfolgte 1957. Dieses ausdrucksstarke Bauwerk, das der damaligen neuzeitlichen Kirchenbaukunst entsprach, konnte allerdings nur geschaffen werden durch die vorbildliche Zusammenarbeit aller Gemeindemitglieder und unter Anleitung und tätigen Mithilfe des Bauherrn Stadtpfarrer Werner Zettier aus Herrenberg.

Die Kirchweihe fand am Sonntag, den 16. November 1958 statt. Die fast 800 katholische Christen aus den Gemeinden Kuppingen, Oberjesingen, Affstätt, Nufringen und Deckenpfronn, die sich bis dato in der evangelischen Kirche in Kuppingen zum Gottesdienst versammelten, hatten nun wieder ein eigenes Gotteshaus.

Die neue Kirche, die durch den Flüchtlingsstrom nach 1945 notwendig geworden war, bot für etwa 280 Gläubige Sitzplätze. Sie wurde dem heiligen Antonius von Padua geweiht, der von den Heimatvertriebenen besonders verehrt wurde.

Den beiden Architekten gelang ein Bauwerk von räumlicher Ausgeglichenheit und schlichter Linienführung, welches sich auch im Ortsbild harmonisch einfindet.

1989 wurde anlässlich der Neugestaltung des Innenraums der Kirche, das vorherige Altarbild, durch das monumentale Mosaik von Otto Habel, Leinfelden ersetzt. Diese künstlerische Gesamtkomposition des Kircheninneren, wurde nun durch das Mosaik verwirklicht. Tauffenster, Kreuzweg, himmlisches Jerusalem und der auferstandene Christus, obwohl von zwei verschiedenen Künstlern umgesetzt, ergänzen sich nun harmonisch. Der viereinhalb Tonnen schwere Altar, der Ambo sowie die Tabernakelstele aus Jura Marmor, grob gespitzt und teilweise verschieden kräftig überschliffen, wurden nach Entwürfen von Otto Habel durch die Steinbildhauer Paul Dittus und seinem Sohn Thomas aus Affstätt geschaffen, und fügen sich ebenfalls harmonisch in das Gesamtbild ein. Eine meisterliche Arbeit und Umsetzung der Pläne von Habel.

Ebenfalls nach Entwürfen von Otto Habel sind die beiden Holzstatuen der Mutter Gottes und des Kirchenpatrons durch Julius Senoner, den Holzbildhauer und Lehrbeauftragten der Fachschule für Holzschnittkunst in St. Ulrich, entstanden.

Das Mosaik des Hl. Antonius am Kirchturm wurde von Raphael Habel, Sohn von Otto Habel, erst im Jahr 2002 gestaltet. Grundidee für die Gestaltung war nicht in erster Linie die figürliche Umsetzung des Hl. Antonius, sondern vielmehr die vorherrschende Symbolik seines Lebens und Wirkens.

Horst F. Sehorsch